Standards der BZgA

Erste Rückmeldungen auf unseren Aufruf

Der oben abgebildete Flyer stammt nicht original von WHO und BZgA, spiegelt aber genau deren Absichten wieder (Broschüre der BZgA, 2011). Auf unsere Frage, inwiefern bereits bei kleinen Kindern in Grundschulen und Kindergärten unter dem Deckmantel der Sexualaufklärung Frühsexualisierung stattfindet, erhielten wir Antworten, von denen wir einige hier veröffentlichen.
Wir suchen weiter nach Erziehern, Eltern und Lehrern, die uns darüber berichten möchten, welche Konzepte Kindergärten und Schulen für den Sexualunterricht verwenden und welche Erfahrungen es damit gibt.

 

„Damals (ca. 2006), als ich frische Kinderpflegerin war, waren wir in der Max-Reger-Halle auf so einer „Bauch-Nase-Po-Veranstaltung“ mit den Kindergartenkindern und bei den Texten ist mir das Grauen gekommen! Aber meine Vorgesetzten haben mich nicht ernst genommen. Sie wollten uns einreden, dass Menschen sexuelle Wesen sind und von Anfang an sexuelle Neigungen haben! …..

Kurze Zeit später gab’s dann einen Vorfall in der Kinderspielküche. Zwei Vorschulkinder probierten das Berühren an einem kleineren Mädchen aus und verletzten sie. Ich habe nur dies erfahren und über mehr wurde nicht mit mir gesprochen. Nur dass nichts nach außen gelangen darf. Doch ich habe ein paar Bruchstücke mitbekommen. Und zwar, dass die Schuld bei den Kindern gesucht wurde und dann bei den Eltern! …..

Auch damals in der Grundschule von meinem Sohn war so ein Verein da, der den Kindern erzählen wollte, dass Menschen sexuelle Wesen sind und er wollte schon das Anschauungsmaterial auspacken. Der Deutschlehrer ist ein achtsamer Mann und ist in seiner Freistunde nicht rausgegangen und hat das alles mitbekommen. Er hat sie dann rausgeschmissen …..

Zurzeit geht auch diese Sonderausgabe von „Lesemaus“ in den Kindergärten rum, wo sie eine Patchwork-Familie mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen gleichstellen. Ich hab schon ein Gespräch mit unserer Kindergartenleitung gehabt und hab sie sensibilisiert …..“

Karolina M., mehrere Mails Ende Dezember 2022

 

Ich finde es schwierig, eine nichtautorisierte Liste als Zusammenfassung zu nehmen, zumal der Grundtenor des 72-seitigen Papieres der WHO (Vorsicht Triggerwarnung!) nicht Beachtung findet. In den ca. 20 Seiten, in denen diese groben Überschriften erklärt werden, stehen Inhalte, die nachvollziehbar sind. Im Gegensatz zu dieser Liste. Die Liste klingt erschreckend und scheint absichtlich so gemacht zu sein.
Grundsätzlich kritisch an dem Papier sehe ich, dass Kindern etwas angetragen werden soll, was sie von sich aus viel gesünder und natürlicher entwickeln können (intrinsisch), eben auch ihre Sexualität.
Ansonsten muss man auch sehen, dass die BzgA unter den vielen Themen zu Gesundheit etc. nur ein einziges über das Thema Sexualbildung herausgegeben hat. Im Jahr 2011. Das sieht mir nicht so aus, als wolle man dringend etwas „aufdrücken“, sondern wenigstens das Thema mal ansprechen. Unglücklich ist vielleicht, dass die WHO dieses Thema für eine komplette Welt zu entwerfen versucht und dann die BzgA dieses Papier nicht modifiziert für die landeseigenen Bedürfnisse.
Es gäbe etliches darüber zu diskutieren, weil vieles missverstanden werden kann, aber entstehende Missverständnisse und daraus entwickelte Fehlkonstruktionen in KiTas und Schulen sind m.E. nicht den Autoren des Papieres vorzuwerfen.

Annette H., 31.12.2022

 

„Meine Tochter wurde nun mit neun Jahren in der vierten Klasse einer Karlsruher Grundschule detailreich über Geschlechtsverkehr aufgeklärt. Meine Tochter war geschockt und überhaupt noch nicht bereit für dieses Thema.
Das Thema war in der Klasse wohl sehr schambehaftet und den Kindern so unangenehm, dass einige sich weigerten, zu diesem Thema aus dem Sachkundebuch vorzulesen. Darüber, dass Kinder mit „iih“,“igitt“ und Gekichere reagierten, war die Lehrerin empört und hielt dazu an, dies zu unterlassen.
Gleichzeitig redeten die Kinder über das Thema sexuelle Gewalt und darüber, ihre Grenzen zu kennen. Dass den Kindern ein zu dem Zeitpunkt derart unangenehmes Thema aufgezwungen wird und sie nicht mal „igitt“ sagen dürfen, also dass sie es nicht wollen, das ist in meinem Empfinden schon der Beginn von sexueller Gewalt/Missbrauch.
Ich bin als Mutter entsetzt darüber und hoffe auf eine Sammelklage oder ähnliches um diese Themen aus dem Bildungsplan entfernen zu können. Das gehört einfach nicht in eine Grundschule!“

Linda S. 14.12.22

 

„Über Telegramm wurde eure Anfrage gestartet. Meine Tochter ist 13 und das erste Mal, als sie mit 8 Jahren in der dritten Klasse Sexualkunde hatte, meinte sie:“Mama, heute hat mir jemand die Kindheit genommen!“. Sie war wochenlang total verstört und hat heute, viele Jahre danach, eine Sensibilität in Bezug auf dieses Thema, die ich nicht hatte. Sie ekelt sich regelrecht vor diesen Themen und dem wiederholten Sexualkundeunterricht. Mein Eindruck ist, dass diese ständige Wiederholung des Themas sie mehr verstört, als aufklärt. Im Unterricht wird die Sexualität auch völlig entmenschlicht. In ihrem Jahrgang gibt es viele Kinder, die mit 13 oder 14 Jahren Hardcore-Pornos schauen. Am schlimmsten ist der Druck, sich sexuell entscheiden zu müssen. Meine Tochter hat so viele Fragen, aber wenig Gefühl für sich. Oft würde ich gerne schreien: „Lasst die Kinder doch in Ruhe und ihren eigenen Weg finden!“ Meine Tochter jedenfalls hat ihre Neugier auf das Thema durch die Schule und frühe Aufklärung komplett verloren und es macht mich als Mutter sehr traurig, das mitanzusehen. Als Eltern bekommt man vieles gar nicht so mit und ich hab insofern Glück, dass ich eine gute Beziehung zu meiner Tochter habe und wir noch über viel reden können. Warum ist das so vielen egal? Ich fühle mich da oft sehr machtlos.“

Susanne D., 11.12.2022

 

„Da Bildungseinrichtungen angehalten sind, Gewaltprävention zu betreiben und es ganz klare Konzepte dafür gibt, in denen auch genau beschrieben wird, was alles unter sexuelle Gewalt und Nötigung fällt, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass dieselben Lehrer solche Aufklärungskonzepte, wie im Flyer beschrieben, umsetzen. Da müsste der Widerspruch doch sofort auffallen!
Was ich mich bei der Diskussion um das Thema frage, warum keiner, der selber Kinder hat, sich dahingehend äußert, dass vielleicht im Umgang mit Fragen des kleinen Kindes zur Geschlechtlichkeit in allererster Linie die Eltern zuständig sind. Die kennen den Entwicklungsstand ihres Kindes doch am besten und können einschätzen, was im Moment angemessen ist. Selbst in der Vorpubertät finde ich es eher befremdlich, wenn intime Fragen in der Schule vor der ganzen Klasse besprochen werden statt im engen Familien- oder Freundeskreis. Dass man die biologischen Hintergründe oder rechtliche Fragen sachlich klärt, mag in die Schule gehören, aber doch nicht der Umgang mit dem eigenen Körper und die Beziehung zu einem Partner.“

Judith O. 11.12.2022

 

„Ich kann das bestätigen, das gab’s schon in der Grundschule seit ca. 2005. Ich fand das auch unmöglich. Und einen Tag wurde mal die Polizei gerufen, weil nach diesem (Sexual-)Unterricht die Kinder plötzlich überall Männer mit Hundebabys im Auto gesehen haben, die sie entführen wollen. …………… Ich glaube, es war sogar so, dass später raus kam, dass Mitschüler sich das ausgedacht hatten, und es niemals ein Auto mit Hundewelpen und sexuellen Entführern gab. Aber es hatte halt zu einem Polizeieinsatz geführt.

Claudia G. 11.12.2022

 

Mein Sohn besuchte 2016 die 1. Klasse an einer katholische Grundschule in Mönchengladbach. Vor Beginn des 2. Schuljahres wurde ich darüber informiert, dass der Sexualkundeunterricht in der Klasse beginnt und zwar anhand der Unterrichtsmaterialen der WHO. Bei Rückfragen zu den Inhalten wurde ich als prüde bezeichnet. Ich wurde darüber informiert, dass eine kindgerechte Sexualaufklärung durch eine Ärztin erfolgen wird, auch zum Thema Geburt und wenn dabei die Frage bei den Schülern auftaucht, wie ein Kind entsteht, soll darauf eingegangen werden, indem der Geschlechtsverkehr erklärt wird. Bei einem Gespräch mit dem Rektor wurde mir gesagt, das das Kultusministerium in Nordrhein-Westfalen verfügt hatte, dass der Sexualkundeunterricht ab der 1. Klasse stattfinden soll. Die inhaltliche Ausgestaltung bleibt den Schulen überlassen. Ich habe versucht, Hilfe über den Elternverein NRW zu erhalten. Diese empfahlen unserer Familie, dass wir nach Möglichkeit wegziehen sollten, da die bisherigen Erfahrungen gezeigt haben, dass es wenig Hoffnung gibt, diese Form der Aufklärung in den Grundschulen in NRW zu verhindern. Auch bestand nicht die Möglichkeit, den Sohn aus diesem Unterrichtsfach befreien zu lassen, da das Thema Sexualaufklärung in vielen weiteren Unterrichtsfächern integriert wurde. Wir sind daraufhin in die Eifel gezogen und an der neuen Grundschule war Sexualerziehung kein Thema mehr.

Peggy N.,Telefonat 17.12.2022

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